Nutzen und Mehrwert von Sport und Bewegung im Grundschulunterricht

Die Grundschule ist ein wichtiger Ort für eine positive Zukunft mit Sport und Bewegung für jedes Kind. Die Grundlage dafür bildet eine gute und ausreichenden Bewegungsunterricht. Möchten Sie erfahren, was die wichtigsten positiven Effekte von mehr Sport und Bewegung in der Schule sind? In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Vorteile und den Mehrwert eines aktiven Schultages.

 

Fünf Argumente für mehr und bessere Bewegung

Kinder bewegen sich heute nicht nur weniger, sie bewegen sich auch weniger gut. Zahlen aus dem Jahr 2020 zeigen, dass sich 60,7 % der Kinder zwischen 4 und 12 Jahren nach Definition der niederländischen „Bewegungsrichtlinie“ ausreichend Bewegung bekommen. Diese Kinder verbringen im Durchschnitt sieben Stunden am Tag im Sitzen, davon drei Stunden in der Schule. Auch die körperliche Fitness ist weniger gut entwickelt als noch vor 20 Jahren. Außerdem haben sich die motorischen Fähigkeiten von Grundschulkindern in den letzten Jahren deutlich verschlechtert.

 

Eine Studie über die Folgen des ersten Lockdowns von Corona zeigt auch, dass ein größerer Anteil der Grundschulkinder in den Niederlanden jetzt über eine geringere motorische Kompetenz verfügt als Kinder dieser Altersgruppe vor dem Lockdown. Bei besonders gefährdete Gruppen, wie Vorschulkindern und Kindern, die bereits ein Bewegungsdefizit hatten, ist der stärkste Rückgang zu verzeichnen. Die Grundschule ist der Ort, an den alle Kinder kommen, auch die gefährdeten Gruppen. Er ist daher auch der Ort, an dem strukturell für ausreichende und eine gute Art der Bewegung gesorgt werden kann.

Auf der Grundlage der Studien hat das Kenniscentrum Sport & Bewegen (Niederlande) einen Überblick über die fünf wichtigsten Argumente für mehr und bessere Bewegung in Grundschulen erstellt.

Denken Sie zum Beispiel an einen Calisthenics-Anlage.

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Durch die verschiedenen Höhen kann jedes Kind seine eigene Herausforderung finden

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Ob groß oder klein, Sie klettern so hoch, wie Sie wollen!

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Oder das klassische Element des purzeln..

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1. Gesundheit

Sport und Bewegung sind in vielerlei Hinsicht gut für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren. Es gibt überzeugende wissenschaftliche Belege dafür, dass sich ausreichende Bewegung positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern auswirkt. Bei ausreichender Bewegung verringert sich das Risiko depressiver Symptome bei Kindern, wirkt sich günstig auf ihre Knochenbeschaffenheit aus und verbessert ihre Insulinempfindlichkeit. Ausdauertraining verbessert die Fitness und Krafttraining erhöht die Muskelkraft bei Kindern. Darüber hinaus hilft viel Bewegung den Kindern, ihr Gewicht zu halten.

Mehr Bewegung in und um die Schule hilft den Kindern, die (niederländische) Bewegungsrichtlinie zu erfüllen, und ist daher gut für die Gesundheit von Kindern. Die Grundlage dafür ist jedoch ausreichend Bewegungsunterricht. Für die 1. bis zur 6. Klasse sind mindestens zwei Unterrichtsstunden vorzusehen. Mehr Bewegung in und um die Schule kann erreicht werden, indem man aktive Transportarten aktiv fördert, aktive Pausenspiele auf dem Schulhof anregt, sogenannte Energizer einsetzt, Programme zum körperlichen Lernen anbietet und außerschulische körperliche Aktivitäten organisiert. Anpassungen am Schulgebäude und in der Umgebung tragen ebenfalls zu mehr Bewegung bei.

2. Kognitive Entwicklung

In den letzten Jahren ist immer mehr über den Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und kognitiver Entwicklung bei Kindern bekannt geworden. Es gibt beispielsweise Hinweise, dass sie langfristige sportliche Betätigung positiv auf die Blutversorgung des Gehirns und die Entwicklung der Gehirnstruktur auswirkt.

Der positive Effekt von Bewegung auf die Kognition führte zu einer Reihe wichtiger Erkenntnisse, die den Mehrwert von mehr körperlicher Betätigung in der Schule untermauern. So wirkt sich z.B. eine kurze körperliche Betätigung bereits unmittelbar danach auf die Verbesserung der Aufmerksamkeit aus. Eine strukturelle Zunahme an Bewegung führt zu weiteren Vorteilen wie einer besseren Gesundheit, mehr Selbstvertrauen und Wohlbefinden, ohne Beeinträchtigung der Lernleistung.

Es gibt gute Anhaltspunkte dafür, dass eine strukturelle Ausrichtung der Schulen auf langfristige und regelmäßige Bewegung auch zu besseren Fähigkeiten im Bereich Rechnen führt. Es gibt auch Untersuchungen zur Kombination von Bewegung mit Fächern wie Sprachen, Geschichte, Erdkunde sowie Natur und Technik: die Effekte sind hier jedoch weniger eindeutig. Schließlich geben Schulleiter, Lehrer und Schüler an, dass sie eine Verbesserung in den Klassen feststellen und von der Wirkung des zusätzlichen Zeitaufwands auf Bewegung begeistert sind.

Um positive Effekte durch Bewegung auf die kognitive Entwicklung der Kinder zu erreichen, kann eine Schule Schulalltag aktiv gestalten: den dynamischen Schultag. Dies erreicht man durch Förderung von aktiven Transportarten zur und von der Schule – zu Fuß oder mit dem Fahrrad –, durch die Einführung aktiver Pausen, aber auch durch die Organisation von gutem und ausreichendem Bewegungsunterricht sowie sportliche Aktivitäten nach der Schule. Man sollte sogenannte Energizer einbauen, damit sich die Kinder zwischen den Unterrichtsstunden bewegen und dafür sorgen, dass sich die Kinder auch während der Unterrichtsstunde bewegen.

Yalp Memo - Ein Spielgerät, bei dem lehrreiche Fragen aller Art beantwortet werden können.

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Ist es denn so attraktiv, auch in den Pausen zu rechnen?

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Die Antwort darauf ist ein klares „ja“

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„Es macht Spaß, die Rechenaufgaben zu lösen. Und wir können dafür nach draußen“, sagt eines der Kinder deutlich.

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3. Sozial-emotionale Entwicklung

Bei der sozial-emotionalen Entwicklung von Kindern geht es darum, dass sie den Umgang mit ihren eigenen Gefühlen erlernen, z.B. mit Enttäuschungen und Erfolgen, dass sie gut auf die Gefühle anderer reagieren können und lernen zusammenzuarbeiten. Kinder, die sich viel bewegen, haben seltener emotionale Probleme. Dazu gehören Angstzustände und depressive Symptome. Das liegt vor allem daran, dass Bewegung sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirkt. Studien belegen auch einen positiven Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivitäten und sozialer Akzeptanz, wodurch Kinder ein größeres Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe bekommen. Darüber hinaus führen sportliche und körperliche Aktivitäten zu mehr sozialen Interaktionen. Und das wiederum wirkt sich positiv auf die sozialen Fähigkeiten aus. Kurzum: Sport und Bewegung wirken sich positiv auf die sozial-emotionale Entwicklung aus.

Die Schule bietet eine hervorragende Möglichkeit, die sozial-emotionale Entwicklung zu fördern. Das Selbstwertgefühl wird beispielsweise durch eine gute motorische Entwicklung sowie durch Erfolgserlebnisse bei Sport- und Bewegungsaktivitäten in einem sicheren Umfeld gesteigert. Dies geschieht vor allem dann, wenn (Fach-)Lehrkräfte in ihrem Bewegungsunterricht nach jeweiligen Fähigkeiten und sozialen Interaktionen differenzieren. Zum Beispiel durch Organisation von Spielen (unter Anleitung) in den Pausen auf dem Schulhof und von außerschulischen Aktivitäten für gefährdete Zielgruppen, wie Kinder mit wenigen sozialen Kontakten.

4. Motorische Fähigkeiten und lebenslanges Bewegen

Kinder, die sich in jungen Jahren ausreichend und in einem abwechslungsreichen und herausfordernden Umfeld bewegen, verfügen im Durchschnitt über bessere allgemeine motorische Fähigkeiten als Kinder, die sich weniger und weniger abwechslungsreich bewegen. Kinder mit ausreichend Bewegung bezieht sich auf Kinder, die die Bewegungsrichtlinien erfüllen. Die Entwicklung dieser grundlegenden motorischen Fähigkeiten findet hauptsächlich bis zum Alter von acht Jahren statt, wird aber über das Grundschulalter hinaus fortgesetzt. Gut entwickelte motorische Fähigkeiten sind wichtig für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines aktiven Lebensstils. Mit anderen Worten: Spaß haben bei ausreichender und abwechslungsreicher Bewegung sorgt dafür, dass Kinder nicht nur körperlich aktiver, sondern auch fitter sind, und zwar jetzt und vor allem im späteren Leben.

Für viele Kinder ist der Bewegungsunterricht in der Schule der wichtigste Ort, an dem motorische Fähigkeiten explizit gefördert werden und damit stellt dies eine wichtige Grundlage für lebenslange Bewegung dar. Eine befugte und kompetente Lehrkraft, vorzugsweise ab dem Kindergartenalter, ist dazu unerlässlich. Schüler, die von einem Fachlehrer für Bewegungsunterricht unterrichtet werden, entwickeln bessere motorische Fähigkeiten als Schüler, die von Klassenlehrern unterrichtet werden, die „nur“ über eine Qualifikation für Leibeserziehung verfügen. Kinder sollten mit Spielen in den Schulpausen und Aktivitäten nach der Schule herausgefordert werden, um ihre motorischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Durch den Einsatz eines Schüler-Monitoring-Systems und/oder motorischer Tests kann auf Kinder mit motorischen Defiziten oder Kindern, die sich weniger gerne bewegen, mit einer angemessenen Lernhilfe und/oder einem passenden (außerschulischen) Angebot eingegangen werden.

Motorische Spielgeräte sind ebenfalls immer gut geeignet, um die Bewegung zu fördern.

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Diese Spielgeräte bieten eine Vielzahl von Spielmöglichkeiten

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 Hier kann jedes Kind seine eigene Lieblingsbewegung wählen

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So dass für jeden etwas dabei ist!

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5. Wohlbefinden

Sport und Bewegung haben eine positive Wirkung auf das psychische Wohlbefinden. Studien belegen, dass Menschen, die mehr Sport treiben, also auch Kinder, im Allgemeinen zufriedener mit ihrem Leben sind und sich glücklicher fühlen als Menschen, die körperlich inaktiv sind. Sport und Bewegung tragen auch zu Spaß und Geselligkeit bei. Diese positiven Effekte von Sport und Bewegung lassen sich durch psychologische Faktoren wie Entspannung, Erfolgserlebnisse und soziale Interaktion, aber auch durch physiologische Mechanismen wie die Produktion von Endorphinen erklären, die Schmerzen unterdrücken und für ein Glücksgefühl und Euphorie sorgen. Es hat sich herausgestellt, dass insbesondere Sport und Bewegung sich stark auf das geistige Wohlbefinden auswirken. Studien belegen auch, dass moderate, intensive körperliche Aktivitäten das Wohlbefinden am ehesten verbessern.

Gemeinsamer Sport- und Bewegungsunterricht in der Schule tragen dazu bei, dass Kinder mehr Freude an der Schule haben und sich psychisch besser fühlen. Man sollte vor allem für guten Bewegungsunterricht sorgen und aktive Pausen unter Anleitung sowie geeignete außerschulische Aktivitäten organisieren. Bei all diesen Aktivitäten ist es wichtig, auf Spaß und engagierte und professionelle (Fach-)Lehrer zu setzen und sicherzustellen, dass alle Kinder teilnehmen können.

 

Das Schlüsselwort: Zusammenarbeit

Es bedarf eines kohärenten Ansatzes, um mehr und bessere körperliche Betätigung in und um Schulen zu erreichen. Dies erfordert eine Zusammenarbeit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule. Dazu gehören das Zusammenstellen eines Bewegungsteams innerhalb der Schule und die Verbindung von inner- und außerschulischer Bewegungsmöglichkeiten durch eine Zusammenarbeit mit Gemeinschaftszentren, Bildungswesen und Sportvereinen. Die Fachlehrkraft für Bewegungsunterricht spielt dabei eine wichtige Rolle, die auf der „Idee der Bewegung“ beruht. Gemeinsam mit Klassenlehrern, Training in Gemeinschaftszentren und Sportvereinen kann eine dynamische Schulkultur geschaffen werden, in der Bewegung mit Freude die Regel ist und Stillsitzen die Ausnahme.

Autoren: Femke van Brussel-Visser & Johan Koedijker

Quelle: allesoversport.nl.

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